Allgemeines über Kaninchen

Ein kurzer Abriss über die Geschichte der Kaninchen:

Kaninchen gehören zu den Hasenartigen/Lagomorpha. Älteste Fossilien, die den Hasenartigen (und damit den direkten Vorfahren unserer heutigen Hasen und Kaninchen) zugeordnet werden konnten, stammen aus dem Eozän, einem Erdzeitalter vor ca. 55 Mio. Jahren, aus der Mongolei und Westindien. Es gibt zwar noch ältere Fossilien aus China (ca. 60 Mio. Jahre alt), hierbei handelt es sich aber nicht um einen direkten Vorfahren der Hasenartigen, sondern um einen frühen Seitenast der Hasenartigen.

Von Asien aus breiteten sich die Wildkaninchen allmählich über Europa und Nordafrika aus. Von den Eiszeiten wurden die Kaninchen dann aus den nördlichen Bereichen Europas verdrängt, so dass sie schließlich nur noch auf der iberischen Halbinsel und Südfrankreich, sowie im westlichen Nordafrika heimisch waren.

Von den Phöniziern wurden die Wildkaninchen auf der iberischen Halbinsel in so zahlreicher Population „entdeckt“, dass sie sogar das Land danach nannten. Da sie die Wildkaninchen irrtümlich für Klippschliefer hielten, die in ihrer Sprache „Shapan“ hießen, tauften sie das Land I-Shapan-In, woraus später dann das Wort „Hispania“ wurde.

Über Handelrouten kamen die Wildkaninchen dann nach Italien, wo sie die Römer in „Leporarien“ hielten, das waren zumeist von Mauern umgebene Gärten. Anders als Hasen konnten sie die Wildkaninchen so gut halten und sie vermehrten sich auch, was Hasen, für die die Leporarien ursprünglich gedacht waren, praktisch nicht taten, weswegen die Wildkaninchen schnell die Hasen ersetzten.

Erst im Mittelalter kamen Mönche aus Südfrankreich auf die (überaus dumme) Idee, Kaninchen in Käfigen zu halten und begannen auch schon mit ersten Züchtungen.

Um das Jahr 1149 kamen dann die ersten Kaninchen auch nach Deutschland. Aber erst im 15. Jahrhundert kam die Zucht und Verbreitung dann so richtig in Schwung.

Bis ins 19. Jahrhundert war die Gehegehaltung in Deutschland verbreitet, gegen Ende dieses Jahrhunderts gründeten sich dann vermehrt Rassezuchtvereine. Im 19. Jahrhundert verbreiteten sich dann auch vermehrt die Wildkaninchen in Deutschland, die zuvor oft noch aus Inseln gehalten wurden (z.B. in Flüssen, Seen oder im Meer, bekannt ist z.B. die Insel Kaninchenwerder im Schweriner See).

Während es heutzutage eine sehr große Anzahl an Hauskaninchen gibt, ist die Anzahl der Wildkaninchen zuletzt eher rückläufig, was viele Gründe hat (Seuchen, übermäßige Jagd, Zerstörung des Lebensraumes). Wildkaninchen sind mittlerweile auf der Liste der zu beobachtenden Arten, ihre Art gilt als gefährdet, auch wenn es regionale Unterschiede gibt.

Daten zu Kaninchen und Unterschiede zu den Hasen.

Hasen: groß, schlank, 3 – 6kg schwer, Einzelgänger, buddeln keine Höhlen, 46 Chromosomen, 3 bis 4 mal im Jahr 1 bis 4 Junge, Babys von Geburt an behaart und sehend, schwarze Löffelspitzen

Kaninchen: klein, gedrungen, 1 – 2 kg schwer, Kolonietiere die in Gruppen leben mit strenger Hierarchie, 44 Chromosomen, 4 bis 6 mal im Jahr 2 bis 4 (oder noch mehr) Junge, Babys bei Geburt blind und nackt

Hauskaninchen: Verschiedene Größen, die aber alle die typischen Kaninchenmerkmale haben (auch wenn Hasenkaninchen fast wie Hasen aussehen, aber eben nur fast), Größen variieren von unter einem 1 kg bei echten Zwergen, bis zu 7 kg und mehr bei Riesenkaninchen. Zumeist haben Hauskaninchen ein Gewicht von 1,4 – 3,5 kg.

Grobe Klassifizierung:

Zwergkaninchen: ca. 0,8 – 1,5 kg / ca. 10 – 15 Jahre Lebenserwartung

Mittlere Größe: ca. 2,0 – 3,5 kg / ca. 8 – 10 Jahre Lebenserwartung

Kleinere Riesen: ca. 4,5 – 5 kg / ca. 6 – 8 Jahre Lebenserwartung

Riesen: so ab 6 kg aufwärts / ca. 5 – 7 Jahre Lebenserwartung

Die Lebenserwartung ist immer nur ein ungefährer Wert, nicht verbindlich.