Oreo – dem Tod davon gehoppelt

Liesl und Oreo

Es gibt es tatsächlich, dieses sprichwörtliche Schicksal. Und dieses „richtige Gespür“, das wir im Tierschutz einfach immer wieder haben, wenn wir wissen, dass eine Sache passt oder dass es zu einem bestimmten Zeitpunkt richtig ist, auf eine gewisse Weise zu handeln, wenn ein Tier eben „seinen“ Menschen gefunden hat.

Dem kleinen Oreo hat genau dieser Umstand zu einem neuen Leben verholfen. Er nämlich sollte, obwohl er nicht einmal ein Kilo schwer war, im Kochtopf seines Züchters landen. Normalerweise gehört es nicht zu unserem Aufgabenkreis, Tiere aus Ebay-Kleinanzeigen zu retten, da dies ein Fass ohne Boden wäre. Doch in diesem Fall hatte sich eine Frau verzweifelt an das Tierheim Amberg gewandt, die den Kleinen eben in einer Anzeige gefunden hatte und nun mit ihm quasi schon vor der Tür stand. Eine Option, ein solches Tier aufzunehmen, besteht auch für ein Tierheim nicht, doch da wir zusicherten, „irgendwie“ eine Lösung zu finden, wurde der verschreckte Winzling erst einmal in der Quarantänestation aufgenommen. Mit großen verängstigten Augen blickte er in die Welt und wegen seiner Ähnlichkeit mit dem schwarz-weißen Keks erhielt er den niedlichen Namen. Daran, dass dieses verschreckte Bündel jemals vergesellschaftet werden könnte, dachte zu diesem Zeitpunkt erst einmal noch niemand. Man konnte nur ahnen, dass sein bisheriges Leben kein Gutes gewesen sein musste.

Zufälligerweise hatte uns einige Zeit zuvor eine Kaninchenbesitzerin aus Marktredwitz kontaktiert. Einer dieser wenigen Glücksfälle, die wir uns immer wünschen, jemand mit Erfahrung, Traum-Haltung und der Bereitschaft, ggf. auch ein „Problem“-Kaninchen aufzunehmen. Der Partner ihrer Liesl war kurz zuvor verstorben und so suchte sie nach einem neuen. Und an wen dachten wir da natürlich sofort? Richtig? War es Bestimmung, dass Oreo gerade jetzt in unser Leben gekommen war?

Doch erst einmal war der Weg noch ein langer, denn Liesl musste sich erst einigen tierärztlichen Untersuchungen stellen, um gewisse Umstände abzuklären, was etwas Zeit und Aufwand in Anspruch nahm. Wir begleiteten ihre Besitzerin so gut es ging in der Beratung, bis schließlich fest stand, dass sie stabil genug für eine Vergesellschaftung sein würde. Doch dies gab uns auch Zeit, die bei Oreo ohnehin für die Kastration und auch seine Sozialisierung überbrückt werden musste. Jeden Tag schenkte man ihm im Tierheim Amberg Geduld und Zuwendung, die er damit dankte, dass er nach und nach seine Angst verlor und neugierig aus seinem Versteck kam, wenn er seine inzwischen vertrauten Pfleger erkannte.

Auch beim ersten Besuch von uns und Liesls Besitzerin präsentierte sich Oreo in bester Laune und man spürte die Herzchen nur so fliegen. Es stand sofort fest, da hatten sich zwei gefunden. Kein Wunder, dass es später dann beim Zusammentreffen von Oreo und Liesl nicht anders war. Man sieht, wenn die Harmonie zwischen Mensch und Tier stimmt, überträgt es sich und umgekehrt. Wir bilden eine Einheit.

Entspannt im neuen Heim